Zahlreiche archäologische Siedlungsfunde

Archäologische Grabung Geltolfing

Bürgermeister Manfred Krä, Kreisarchäologe Dr. Ludwig Husty, Zweiter Bürgermeister Adalbert Hösl und Grabungsleiterin Juliane Frost beim Ortstermin zum Abschluss der Grabungsarbeiten

Zum Abschluss der archäologischen Untersuchungen im neuen Baugebiet „Kreuzäcker II“ im Ortsteil Geltolfing informierte Kreisarchäologe Dr. Ludwig Husty bei einem Ortstermin Bürgermeister Manfred Krä, den zukünftigen Bürgermeister Adalbert Hösl und Geschäftsstellenleiter Günther Stephan über die Erkenntnisse der seit Sommer 2019 laufenden archäologischen Untersuchungen.

In dem zukünftigen Neubaugebiet stießen die Mitarbeiter der Regensburger Archäologiefirma Archaios an über 500 Stellen auf Hinterlassenschaften aus vergangenen Zeiten, die bis in die Zeit des 5. Jahrtausends v. Chr. zurück reichten. Die etwa 6.000 Jahre alten Funde von Keramik, Steingeräten und Knochen aus verschiedenen Siedlungsgruben stammen aus der Zeit der Münchshöfener Kultur, benannt nach dem nur wenige Kilometer entfernten Ort Münchshöfen. Besonders erwähnenswert ist das unter einem ehemaligen großen Grabhügel angelegte Grab einer Mutter mit Kind aus der Zeit der sogenannten Schnurkeramik, etwa um 2.600 v. Chr. Am Ende der Jungsteinzeit um ca. 2.000 v. Chr. siedelten die Menschen der frühen Bronzezeit am Geltolfinger Kreuzacker, bauten hier ihre Häuser und betrieben Ackerbau und Viehzucht. Während der Zeit zwischen 1.200 und 1.000. v. Chr. stand in diesem Bereich eine kleine dörfliche Ansiedlung mit mehreren rechteckigen Häusern. Ofenreste und viele Siedlungsgruben bestätigen ein reges Siedlungsgeschehen. Der Bereich Geltolfinger Kreuzäcker ist Teil eines außerordentlich großen vorgeschichtlichen Siedlungsareals, dass, lediglich getrennt durch die moderne B8, bei deren Bau sicherlich viele alte Siedlungsspuren unkontrolliert zerstört wurden, bis zum Aiterhofener Kirchfeld reicht.

Ackerbau war immer schon ein präsentes Thema in diesem Siedlungsraum. Festzustellen war das auch während des Ortstermins. Zahlreiche landwirtschaftliche Fahrzeuge fuhren in dieser kurzen Zeit auf der nebenliegenden Kreisstraße in Richtung Acker oder Hofstelle. Bürgermeister Manfred Krä bedankte sich zum Schluss des Gespräches bei Kreisarchäologe Dr. Ludwig Husty nochmals ausdrücklich für die unkomplizierte Beratung und Begleitung für diese notwendigen und für das historische Siedlungswesen in der Gemeinde äußerst aufschlussreichen Grabungsarbeiten.