La­chen­de Au­gen und ein fro­hes Herz (30.07.2018)

La­chen­de Au­gen und ein fro­hes Herz (30.07.2018)

Fast zwei Jahrzehnte lang kümmerte sich Anneliese Schnabl um kleine Wehwehchen, große Sorgen und das Wohl ihrer Schüler der Herzog-Tassilo-Grundschule in Aiterhofen. Nun hat die Schulleiterin zum Leidwesen der Schüler, des Lehrerkollegiums, von Eltern sowie der Gemeinde Aiterhofen das Pensionsalter erreicht und geht in den Ruhestand.

Am Mittwochvormittag wurde die „Rektorin aus Passion“ überraschend von ihren Schülern entführt. In einem großen Raum der Schule hatten sich bereits heimlich alle Kinder der Herzog-Tassilo-Grundschule versammelt und begrüßten ihre Chefin mit großem Applaus, als diese den Raum betrat. Die Lehrerinnen hatten eine besondere Abschlussprüfung für die Schulleiterin vorbereitet. Die Programmpunkte, welche das Lehrerkollegium und die Schüler für ihre Schulleiterin parat hatten, zeugten von Witz, Frohsinn, aber auch ein wenig Melancholie. Beim Spiel „Wer wird Pensionär“ musste die zukünftige Pensionärin zunächst zahlreiche knifflige Fragen rund um ihre Schule beantworten und durfte auch die drei Joker, mit Herrn Pfarrer als Telefonjoker, setzen. Ein Schüler hatte die Rolle des Günter Jauch übernommen und unterstützte seine Lehrerin bei schwierigen Fragen, bei leichten Fragen versuchte er sie zu verunsichern, was beim Schülerpublikum für einige Lacher sorgte. Anders als beim bekannten Fernsehquiz musste F. Schnabl Geschenkstufen erreichen. Jede Stufe bescherte den Schülern beziehungsweise den Lehrern Geschenke wie zum Beispiel Gummibären für alle oder eine Sachertorte für die Lehrer, die Frau Schnabl selbst backen muss. Dies wurde jeweils natürlich mit johlendem Applaus seitens des Publikums quittiert.

Anschließend trug die vierte Klasse ihrer Klassleiterin das Gedicht „Für eine, die die Arbeit liebt ...“ vor. Hier gaben die Schüler Tipps, wie man auch nach dem Schulstress den Adrenalinspiegel hoch halten kann, wie zum Beispiel, am ersten Ferientag auf Deutschlands Autobahnen zu fahren oder sich dem Lärm in der Stadt auszusetzen.

„Rektorin aus Passion“

Zum Abschluss sang dann die gesamte Schule das bewegende Lied „Rektorin aus Passion“ mit den auf ihre Schulleiterin so gut passenden Worten „Da warst du und machtest Mut, Kopf hoch: Alles wird gut!“. Da waren lachende Augen, ein fröhliches Herz, warme Hände und offene Ohren. „Ein kleiner Ansporn dort und ein ehrliches Wort – niemand ging bei dir verloren!“Am Nachmittag fand dann im Pfarrgarten in Aiterhofen die offizielle – und auf Bitten Frau Schnabls – kleine Verabschiedung nur im Kreise der Schulfamilie mit Pfarrerin E. Meiser und Pfarrer Rahm, Bürgermeister M. Krä, Schulrat H. Ketterl und den engsten Familienangehörigen statt.

Gutes Miteinander

Auf 18 Jahre als Rektorin in Aiterhofen blickte Frau Schnabl in einer Rede zurück und schilderte ihre Erlebnisse, Eindrücke und Erfahrungen. Dass es nur mit einem Kollegium funktioniert, das willig und interessiert sei sowie harmonisch zusammenarbeite, hob sie lobend hervor. Auch die gute Kooperation mit der Gemeinde wurde angesprochen, was auch Bürgermeister Krä in seiner Rede betonte. Sie sei eine Erzieherin mit viel Herzblut, die berechtigte Wünsche an die Gemeinde hartnäckig einforderte und mit freundlicher Art durchsetzte, wenn sie sich für ihre Schule etwas wünschte.

Abschließend schilderte die stellvertretende Schulleiterin Petra Loibl in ihrer Rede, wie die Lehrer die Zeit mit ihrer Chefin empfanden. Wie etwa spannend, weil man nie wusste, ob die Zeugnisse fertig waren oder vertraut, weil sie intuitiv immer wusste, wie es einem gerade ging. Bevor die Anwesenden noch zu einem kleinen Imbiss eingeladen waren, sang der Lehrerchor „Wir gratulieren dir galant zum wohlverdienten Ruhestand“ – ein umgedichtetes Lied nach der Melodie von „Heute kann es regnen oder schnein“.

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