Fut­ter für „Wert­stoff­hof-Schwai­berl“ ge­si­chert (21.04.2018)

Futter für „Wertstoffhof-Schwaiberl“ gesichert (21.04.2018)

Mitglieder des OGV „Gartenkauz“ um den Vorsitzenden Manfred Gierl (hinten, Mitte) und die zweite Vorsitzende Bärbel Waschko (Dritte von links) bei der Pflanzaktion mit Landrat Josef Laumer (hinten, Vierter von rechts), Bürgermeister Alfons Neumeier (Zweiter von rechts) und Kreisfachberater Johann Niedernhuber (Dritter von rechts).

Gartenbauvereine sind eine Bereicherung für jeden Ort: Dieses Fazit zogen Landrat Josef Laumer, Kreisfachberater Johann Niedernhuber und Salchings Bürgermeister Alfons Neumeier anlässlich der Baumpflanzung zur Gründung des Obst- und Gartenbauvereins (OGV) „Gartenkauz“ Salching. Zu diesem Anlass hat der Landkreis dem Verein wie bei jedem neu gegründeten OGV einen Gedenkbaum spendiert. So ist eine Eberesche am Donnerstag am neuen Wertstoffhof gepflanzt worden. Dort waren bereits Nester für Schwalben angebracht worden, die sich neben anderen Vögeln über ein festes Futterangebot freuen können.
„Gartenbauvereine lassen die Umgebung erblühen, pflegen den Obstanbau, fördern die Kultivierung von Gemüse und starten zahlreiche Aktionen für Natur und Umwelt“, sagte Landrat Josef Laumer. Alleine im Landkreis Straubing-Bogen und in der Stadt Straubing sind über 8 600 Gartenfreunde in nunmehr 52 Vereinen organisiert. Diese würden vom Landkreis seitens der Kreisfachberater tatkräftig unterstützt. „Auch finanziell greift der Landkreis dem Kreisverband immer wieder unter die Arme – sei es mit einer alljährlichen Unterstützung oder durch die Mitfinanzierung einzelner Vorhaben, etwa im Kreisobstlehrgarten Neukirchen.“
„Elan und frische Ideen“

Beim jüngsten Verein in Salching weise schon der Name „Gartenkauz“ darauf hin, dass es sich hier nicht um einen gewöhnlichen Gartenbauverein handelt. „Die junge und agile Vorstandschaft geht mit viel Elan, Mut, frischen Ideen und Schwung zu Werke“, lobt Kreisfachberater Johann Niedernhuber. Dies zeige sich auch in den Taten seit der Vereinsgründung im Oktober: Jeden Monat trifft man sich zu einem Gartlerstammtisch, die Streuobstwiese der Gemeinde mit rund 50 Obstbäumen wird zur Hälfte vom „Gartenkauz“ gepflegt und die neue Jugendgruppe floriert.Zudem seien Nisthilfen für Schwalben angebracht worden – vergangene Woche im gemeindlichen Bauhof, diese Woche im Wertstoffhof des ZAW. „Bei über 70 neuen Mitgliedern binnen eines halben Jahres kann man den Verein durchaus als Senkrechtstarter bezeichnen“, lobt Niedernhuber, der die Obst- und Gartenbauvereine ganz allgemein als eine Art verlängerter Arm der Kreisfachberater ansieht.Hinsichtlich der gewünschten Baumart fiel beim „Gartenkauz“ die Wahl auf die Eberesche, auch Vogelbeere genannt. „Das hat auch seine Gründe“, erläutert der Vorsitzende Manfred Gierl. „Vor allem in der Blütezeit hat dieser Baum das größte Nährstoffangebot für Insekten und ist auch wichtig als Nahrungsgrundlage für Schmetterlinge.“ Zudem sind die ungiftigen Früchte der Lieblingsfraß vieler Singvögel, vor allem, wenn im Spätherbst die Insekten fehlen. Die große Zahl scharlachroter Früchte bleibt zudem bis in den Winter hinein am Baum hängen und lockt die verschiedensten Vögel an.
Nahrung an der Aitrach

Dazu werden bald schon Schwalben zählen. Das Gebäude des neuen Wertstoffhofs bietet dem OGV Gartenkauz zufolge die optimalen Voraussetzungen für die beliebten Zugvögel: eine offene Bauweise, ausreichend Nahrungsangebot durch die anliegende Aitrach und das Naturschutzgebiet Mühlbachaue. Die jetzt angebrachten Nester für die Rauchschwalben waren dem jungen Verein vom OGV Bogen zur Verfügung gestellt worden und haben nun einen idealen Bestimmungsort gefunden.Der ZAW Straubing als Betreiber und Landrat Laumer als ZAW-Vorsitzender hatten sofort zugestimmt, dass die Schwalbennester angebracht werden dürfen. Auch der Salchinger Bürgermeister Alfons Neumeier hatte sich dazu bereit erklärt, einigen Schwalben im Bauhof eine neue Heimat zu bieten. Bauhofmitarbeiter brachten die Nisthilfen an.
Sorgenvogel Schwalbe

Lebensräume für die Schwalbe, einen Vogel dem viel menschliche Sympathie entgegengebracht wird, werden immer seltener. Sie sind trotz ihrer Anpassung zu den Sorgenvögeln des Naturschutzes geworden. Während Hausbesitzer aus Angst vor Verschmutzung die Nester der Mehlschwalben zerstören, verschließen besorgte Bauern den Rauchschwalben ihre Ställe, um vermeintlichen Hygienevorschriften gerecht zu werden.Kreisfachberater und Geschäftsführer des Kreisverbands für Gartenbau und Landespflege, Hans Niedernhuber, ist voll des Lobes ob des „Leuchtturmprojekts“ der „Gartenkäuze“ und hofft, dass deren Beispiel noch weitere Gartenbauvereine folgen.Auch für Salchings Bürgermeister Alfons Neumeier ist der „Gartenkauz“ eine Bereicherung. „Wir sind auch deshalb eine attraktive Gemeinde, weil wir viele Vereine haben, die das Brauchtum pflegen.“ Dieses Engagement hob auch der Landrat hervor – stellvertretend für das vieler anderer Vereine. „Wir alle brauchen Menschen, wie Sie es sind.“ Dass zur Pflanzaktion viele Kinder des Vereins mit vor Ort waren, ist kein Zufall und fiel auch dem Landrat auf. „Es ist wichtig, das Wissen über die Natur in der Praxis an die Kinder und Jugendlichen weiterzugeben“, waren sich Vereinsvorsitzender Gierl und Landrat Laumer einig.