Volkstrauertag: Demonstration für Frieden - Viele Teilnehmer beim Trauerakt am Ehrenmahl (13.11.2017)

Volkstrauertag Geltolfing

Die Gemeinde Aiterhofen veranstaltete am Sonntag in Geltolfing den vorgezogenen Volkstrauertag. Alle Geltolfinger Vereine und viele Kirchenbesucher sowie Vertreter des neuen Stabszuges der Bundeswehr am Standort Feldkirchen mit Leutnant Andreas Lang an der Spitze sowie auch die Gemeinde Aiterhofen mit Bürgermeister Manfred Krä und Vizebürgermeister Manfred Engl nahmen daran teil. Nach einem Kirchenzug, angeführt von einer Musikkapelle, wurde in der Geltolfinger Pfarrkirche ein Gottesdienst gefeiert, der von Pfarrer Johann Christian Rahm zelebriert und von der Blaskapelle mit der Schubertmesse musikalisch gestaltet wurde. Nach dem Gottesdienst begab man sich bei diesigem Novemberwetter zum nahen Ehrenmal, wo Soldaten der Bundeswehr zur Ehrenwache Aufstellung genommen hatten. Pfarrer Johann Christian Rahm gedachte mit einprägenden Ausführungen hier der Opfer von Krieg- und Gewaltherrschaft und sprach anschließend die Segensgebete.

 

Bürgermeister Manfred Krä sagte in seiner Ansprache, die öffentliche Trauer, die wir heute bei dieser Gedenkfeier empfinden, ist die Einsicht in das, was Menschen anderen Menschen antun können und wohin Vorurteile, Verachtung und Verblendung, besonders aber auch Hass- und Gewalt sowie Gleichgültigkeit führen können. Der jährliche Volkstrauertag sei ein Tag der Mahnung und ein Aufruf für ein friedvolles Miteinander aber auch eine öffentliche Demonstration. Die Fähigkeit und die Bereitschaft um die Toten von Kriegen- und Gewaltherrschaft sowie auch Terror zu trauern, sei ein untrennbarer Teil der Würde des Menschen überhaupt. Es sei uns wenig bewusst, dass es in der Gegenwart weltweit in 25 Ländern Kriege - Bürgerkriege – kriegsähnliche Handlungen und Unruhen gibt. Man möchte es nicht glauben, so der Redner, dass trotz der schrecklichen Ereignisse der beiden grausamen Weltkriege des letzten Jahrhunderts, wo 65 Millionen Menschen ihr Leben lassen mussten, seit Ende des 2. Weltkrieges weltweit bereits wieder über 200 Kriege- und Bürgerkriege stattgefunden haben und immer noch stattfinden. Leider sehen auch in unserer Zeit politische Machthaber in kriegerischen Auseinandersetzungen immer noch ein Mittel zur Durchsetzung ihrer egoistischen Interessen.

 

Es stellt sich die Frage, wann wird das ein Ende nehmen und wie kann die Großmannssucht sowie der nationale Egoismus auch unserer Tage eingedämmt werden. Die Staatengemeinschaft der friedlichen Länder ist aufgefordert, alles Erdenkliche zu tun, dass in den Krisen- und Kriegsgebieten, wo viele unschuldige Menschen ihr Leben lassen müssen, Voraussetzungen geschaffen werden, dass ein friedliches Miteinander in Zukunft möglich wird. Krieg sei für uns, so Krä, etwas undenkbar Fernes geworden – und dennoch sehr nah. Wir haben das große Glück, ein wichtiger Teil der europäischen Staatengemeinschaft zu sein, einer Gemeinschaft die zwar derzeit große Solidaritätsprobleme hat, aber dennoch sich von einem Kontinent der Kriege des letzten Jahrhunderts zu einer Friedensunion und der Stabilität entwickelt hat. Dies war nur möglich, durch das ständige beharrliche Bemühen um Ausgleich, Verständnis und vor allem auch einem respektvollen freundschaftlichen Miteinander zwischen den Völkern und Staaten in Europa und darüber hinaus. Es sei für uns ein unschätzbar großes Glück, in Frieden und Freiheit sowie in relativen Wohlstand leben zu können.

 

Unsere Gesellschaft sollte sich aber auch immer bewusst sein, dass dies keine Selbstverständlichkeit und kein Naturzustand sei. Die Erinnerung, an gemeinsames Leid aus den unheilvollen Kriegen der Vergangenheit sowie der Gegenwart, ist für uns alle immer wieder eine Chance zur Besinnung und besonders auch ein Auftrag für unsere junge Generation den eigeschlagenen Weg der Verständigung für ein friedvolles Miteinander weiter zu gehen.

Als äußeres Zeichen der Trauer und Verbundenheit für alle Opfer von Kriegen- und Gewaltherrschaft lege Bürgermeister Manfred Krä im Namen der Gemeinde an der Gedenkstätte ein Kranzgebinde nieder, während die Musikkapelle das Lied vom guten Kameraden sowie die Bayern- und Deutschlandhymne intonierte, drei Böllerschüsse durch den Ort hallten und sich die Fahnen der Vereine sengten.

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