Aufruf zur Menschenwürde - Zur Gedenkfeier am Ehrenmal versammelt - Volkstrauertag begangen (20.11.2017)

Volkstrauertag Aiterhofen

Am Sonntag veranstaltete die Gemeinde Aiterhofen den Volkstrauertag. Bürgermeister Manfred Krä lud dazu im Namen der Gemeinde die Vereine und Verbände sowie die Bevölkerung zur öffentlichen Gedenkfeier ein. Den Auftakt bildete ein gemeinsamer Kirchenzug der von der Hofdorfer Musikanten, politischen Mandatsträgern sowie einer Abordnung des Patenstabszuges der Bundeswehr angeführt wurde.

Ortspfarrer Johann Christian Rahm zelebrierte anschließend in der Pfarrkirche St. Margareta den Gedenkgottesdienst, der von der Musikkapelle mit der Schubertmesse musikalisch gestaltet wurde. Nach dem Gottesdienst bewegte sich unter Trommelwirbel ein Schweigemarsch zum Ehrenmal am Herzog-Tassilo-Platz wo Soldaten der Bundeswehr zur Ehrenwache Aufstellung genommen hatten. Pfarrseelsorger Johann Christian Rahm gedachte beim Totengedenken mit einprägenden Worten den Opfern von Krieg- und Gewaltherrschaft und sprach anschließend die Segensgebete.

Bürgermeister Manfred Krä sagte in seiner Ansprache, dass keine Zeit des Jahres mehr an das irdische Vergehen erinnert wie der sogenannte Totenmonat November. Die Fähigkeit um die Toten zu trauern, besonders auch der Opfer von Krieg- und Gewaltherrschaft und Terror, sei ein untrennbarer Teil der Würde des Menschen überhaupt. Menschen leben tagtäglich von Erinnerungen und gerade in einer Zeit der täglichen medialen Nachrichtenflut, sollte die Erinnerung an Geschehenes und ein gewisses Geschichtsbewusstsein auch eine wichtige Lebensgrundlage bilden. Denn wer die Geschichte nicht kennt so Krä, kann auch nur schwerlich die Zukunft gestalten.

VdK-Vorsitzende Marianne Wahl erinnerte in ihren Ausführungen daran, dass die beiden grausamen Weltkriege des letzten Jahrhunderts nicht nur 65 Millionen Tote forderte, sondern auch 56 Millionen Kriegsversehrte hinterblieben. Nach dem 2. Weltkrieg haben bis in unsere Tage weltweit über 200 Kriege- und Bürgerkriege stattgefunden, davon sind 9 von 10 Kriegsopfern Zivilisten. Sie meinte, die Welt ist keineswegs sicherer geworden, den solange Machthaber glauben, ihre Konflikte auf scheinbar schnellem Weg mit Gewalt und Terroranschlägen lösen zu können, solange hat der Frieden kaum eine Chance.

Ernst Limmer als Vorsitzender des KSV-Aiterhofen führte aus, dass der Volkstrauertag kein Rückblick in eine ferne Geschichte sei, dieser erinnert uns nicht nur an die millionenfachen Opfer der beiden Weltkriege des letzten Jahrhunderts. An diesem Tag machen wir uns bewusst, dass Kriege auch heute noch große Teile unserer Welt ins Verderben und Chaos stürzen. Einzelne despotische Regierungen und fanatisierte Milizen glauben immer noch Konflikte mit Kriegshandlungen lösen zu können. Leider sei es so, dass weite Teile der Menschheit aus den grausamen Lektionen der vielen Kriegshandlungen bis heute keine Lehren gezogen haben. Kriege seien bei weitem kein gestriges Phänomen, so der Redner.

Als äußeres Zeichen der Trauer und Verbundenheit legten Bürgermeister Krä, VdK-Vorsitzende Wahl sowie der Vorsitzende des Krieger- und Soldantevereins Limmer am Ehrenmal Kranzgebinde nieder. Den Abschluss fand die Gedenkfeier mit dem Lied vom guten Kameraden sowie der Bayern- und Deutschen Nationalhymne die von der Musikkapelle intoniert wurden. Während drei Kanonenböller durch den Ort hallten, senkten sich zur Ehre der Opfer die Fahnen der teilnehmende Vereine und Verbände.

drucken nach oben